Sunday is relaxing day / Sonntag ist heilig

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Vor einem Monat bekam ich die Nachricht, dass mein Bruder einen Unfall in Kap Verde hatte.

Ein bisschen später besuchten wir in Las Palmas (Gran Canaria), wo er seine erste Operation hatte (Nackenstabilisierung).

Er konnte nicht selbständig atmen oder sprechen.

Viel Schlaf aufgrund der Medikamente.

Wir waren unsicher, ob er transportfähig ist. Ziel Charité.

In der Charite ging es weiter Achterbahn, so wie Zivile es gern sagt.

Sehr hohes Fieber 40°C. Lungenentzündung und Kampf mit dem Atemschlauch.

Manchmal ein kurzes Aufwachen.

Probleme mit dem Herzen.

Eine gute Operation am Hals um die Beatmung zu verbessern.

Küsse, Tränen und Lächeln.

Ohnmacht nach Lungensäuberung.

Vor drei Wochen dann das komplette Aufwachen Jan’s.

Dann Transport ins UKB Marzahn. Es ist nicht einfach mit ihm zu kommunizieren.

Wir können nur von seinen Lippen lesen.

Er bekommt künstliche Kost über eine Magensonde.

Weitweg von jeglicher Normalität.

Heute hatten Jan und ich einen Bruderabend. Wir sprachen ohne Probleme. Wir genossen die Stille. Keine Angst in der Lust. Wir schauten uns tief in die Augen. Nur Kraft das Beste zu tun. Wir trinken 800 g Mango Smoothie. Wir sehen unsere Serie. Ich habe das Gefühl mit ihm, dass ich der Unendlichkeit nahe bin. Wir sind Bruderherzen.

Es scheint, dass sich Jans Zustand stetig bessert. In meinen Augen sieht er aus wie ein Husky – süß, stark und klar im Blick.

Er sagt, dass er keine gestressten Pfleger in seinem Raum sieht. Sie sind entspannt.

Wir denken darüber nach wir am besten WLAN installieren, welches die beste Serie ist und wie voll der Kühlschrank ist.

Ich lege eine Serviette über sein Kopfkissen, weil mein Geschicklichkeit beim Essen reichen nicht die Größte ist.

Die große Welle ist vorbei. Der neue Start ist gemacht.


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